AmourLinen Journal
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Creative Conversations #4: Laukiniška

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Akvilė

Es gibt Menschen, die sich mit der Natur bewegen, als wäre sie ein zweiter Herzschlag. Akvilė ist eine von ihnen. Als Köchin, Wildkräutersammlerin und Verfechterin des Slow Living erschafft sie Speisen, die nicht nur Nahrung sind, sondern ein Dialog zwischen der Erde und unserem täglichen Teller. Wir besuchten ihre Küche – gesäumt von Gläsern voller Kräuter, ordentlich gefalteten Leinentüchern auf den Regalen und dem Duft von frisch gebackenem Brot – um über Wildpflanzen, Nachhaltigkeit und die stillen Rituale zu sprechen, die ihr Leben prägen.

Kochen mit dem Wilden

Was hat dich zuerst zum Kochen mit wilden Pflanzen hingezogen – und was hält dich dabei?

Beständige Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Natur führt schließlich zur schönsten Verkörperung dieser Beziehung: Kreativität. Für mich erwacht sie im Essen – in den Gerichten, die ich jeden Tag zubereite, in einem in Leinen gewickelten Brotlaib, in Aromen, die uns daran erinnern, wie tief wir zur Erde gehören.

Slow Living definieren

Wie definierst du Slow Living in einer Welt, die sich schnell bewegt?

Für mich ist es ein Gefühl, dass genug da ist. Ein Vertrauen darauf, dass dieser Moment genau so ist, wie er sein soll. Wenn Kreativität und Handeln entstehen, kommen sie nicht aus Angst oder Anspannung, sondern aus einer inneren Fülle – aus einem Ort der Kraft und Ruhe.

Ein jahreszeitlicher Kalender der Wildpflanzen

Welche wilden Zutaten leuchten im Frühling, Sommer, Herbst, Winter?

Herbst: Wurzeln, Pilze und Beeren auf ihrem Höhepunkt. Winter: Zweige, Rinde und die seltenen frostbeständigen Beeren. Frühling: die ersten Blüten und zarten Grünpflanzen, die sich durch die Erde schieben. Sommer: eine Jahreszeit des endlosen Sammelns – Wiesen, Wälder und Moore, alle überfließend von essbaren Gaben.

Diese Rhythmen spiegeln auch unsere innere Natur wider. Der Herbst zieht uns nach innen, der Winter lehrt uns Widerstandskraft, der Frühling erneuert uns mit Stärke, und der Sommer öffnet uns nach außen in die Welt.

Achtsames Sammeln

Drei Sicherheitsregeln für jeden Einsteiger in die Wildkräuterküche:
Pflücke und esse nur Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst.
Beginne bei weniger vertrauten Pflanzen mit sehr kleinen Mengen und beobachte, wie dein Körper reagiert.
Befolge die Drittelregel: Lass zwei Drittel für die Natur, nimm höchstens ein Drittel – am besten nur so viel, wie du wirklich zu verwenden weißt.

Leinen als tägliches Ritual

Wo taucht Leinen in deinem Alltag auf, und warum funktioniert es für dich?

Inzwischen sind fast 80 % meiner Garderobe aus Leinen. Ich schlafe in Leinenbettwäsche, meine Küche ist voller Leinentücher und -handtücher. Je mehr das Leben sich verlangsamt, desto mehr achte ich auf Details – nicht nur darauf, was ich in meinen Körper gebe, sondern auch darauf, was ich auf ihn lege, worin ich schlafe, was ich täglich berühre. Leinen ist mehr als ein Stoff; es ist eine Reise vom Samen zum Tuch, die Geschichte, Tradition und Werte trägt, mit denen ich mich verbunden fühle. Die wichtigsten Momente meines Lebens – die alltäglichen – sind in Falten aus Leinen gehüllt.

Jenseits der Materialien: Was nachhaltige Kleidung bedeutet

Nachhaltigkeit in meiner Garderobe geht nicht nur um den Stoff – sie geht um Komfort, Freiheit und Authentizität. Ein nachhaltiges Kleidungsstück lässt mich mich vollständig selbst fühlen. Ich mache mir keine Gedanken darüber, wie ich aussehe; ich vertraue dem Stoff, der mich begleitet und mit mir durch die Welt geht. Ein nachhaltiges Stück ist lebendig.

Der Soundtrack der Küche

Manche Tage hat der Soundtrack Stille – nur das Geräusch von gezupften Kräutern, gehacktem Gemüse, Vögeln vor dem Fenster. An anderen Tagen koche ich zu den lautesten Rhythmen, wiege meine Hüften, singe mit. Jede Pflanze scheint ihr eigenes Lied aus mir herauszulocken.

Wenn eine Mahlzeit meine Geschichte erzählen könnte

Brot, ohne Frage. Im Brotbacken kommt alles zusammen, was mir wichtig ist: Geduld, Fürsorge, Wahrheit, Vertrauen, Einfachheit, Gemeinschaft. Brot trägt alle Elemente in sich – Luft, Feuer, Erde, Wasser. Es ist der Leib der Erde, gehalten in menschlichen Händen. Brot zeigt, was aus der gemeinsamen Schöpfung von Menschen und Natur entstehen kann.

Ein einfaches Rezept für ein Kräutergetränk

Akvilė teilt ein erfrischendes, natürlich fermentiertes Kräuterlimonadenrezept: – Fülle eine Glasflasche mit Kräutern (Schafgarbe, Minze, Brennnessel, Blüten) und nach Belieben Beeren oder Zitrusscheiben.
– Löse zwei große Löffel Honig in warmem Wasser auf und gieße ihn über die Kräuter.
– Fülle die Flasche mit Quellwasser auf.
– Lass alles 1–3 Tage bei Raumtemperatur stehen (länger für leichte Kohlensäure).
– Sobald der Geschmack stimmt, sofort genießen oder kühlen.

Abschließender Gedanke

In Akvilės Welt ist die Natur nicht nur eine Quelle von Zutaten – sie ist Lehrerin, Mitschöpferin und Spiegel. Kochen, Wildkräutersammeln und sogar die Wahl des Stoffes sind Wege, diese Verbindung zu vertiefen. Mit jedem Brotlaib, jedem Kräutergetränk, jeder Leinenfalte erinnert sie uns: Slow Living bedeutet keine Verzögerung – es bedeutet Tiefe.

Entdecke: Laukiniška
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